Mit der Systematik eines Ingenieurs nahm der Kabarettist Konstantin Schmidt das Weihnachtsfest auseinander und servierte dem Publikum eine gleichermaßen pragmatische wie unterhaltsame Analyse in 24 humorvollen Kapiteln. Sein Ziel: das Geheimnis der Weihnachtszeit zu lüften und sich als gefragter Kabarettist im Dezember zu etablieren.
Konstandin Schmidt beleuchtete das Fest in all seinen Facetten und bezog dabei immer wieder das Publikum mit ein. Die gereimte Kritik an Weihnachtsschnulzen wie Last Christmas von Wham! wurde ebenso bejubelt wie seine interaktive Geschichtsstunde über den Adventskalender, die er als Ratespiel gestaltete. Den Weihnachtsbäckern, die im tranceartigen Einsatz des Teigrollers oft ein Vielfaches des Eigenbedarfs produzierten, widmete er ebenso eine satirische Beobachtung. Seiner Devise warum lang über Gebäck reden, wenn man es auch essen kann, folgend, verteilte er kurzerhand Spekulatius zur Geschmacksanalyse an die Gäste.
Auch die Nöte der Weihnachtsmarktbudenbesitzer fanden Eingang in seine Kompositionen, bevor er die Texte amerikanischer Weihnachtsklassiker auf die Schippe nahm. Als Höhepunkt in diesem Segment präsentierte Konstantin Schmidt eine wörtliche Übersetzung von Jingle Bells, was für schallendes Gelächter sorgte.
Nach der Pause widmete sich der Künstler den Mühsalen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Paketboten. Ebenso thematisierte er das unveränderte, mangelhafte Blockflötenspiel der Kinder (schon vor 40 000 Jahren gab es das und heute können die Gören immer noch nicht gescheit spielen) und fasste typische Weihnachtsfehlkäufe in einem treffsicheren Lied zusammen.
Zur komödiantischen Höchstform lief Konstantin Schmidt auf, als er die Ansprache eines nicht mehr ganz nüchternen Firmenchefs auf einer Weihnachtsfeier imitierte und dabei sein komisches wie schauspielerisches Talent eindrucksvoll unter Beweis stellte. Praktische Hinweise für sinnvolle Geschenke, die nichts kosten, weil sie dem Beschenkten zuvor entwendet wurden (klimaneutral und jeder kann damit sofort etwas anfangen), sowie die humorvolle Erkenntnis über den Unterschied zwischen nix schenken und gar nix schenken bei Frauen rundeten den Abend unter großer Erheiterung ab.

