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Im Schrozberger Stadtwald wird ein Alt- und Totholzkonzept eingeführt

Bereits in der Februar-Sitzung war Försterin Waltraud Leinen zu Besuch in der Gemeinderatssitzung und berichtet im Rahmen der Diskussion zum Waldwirtschaftsplan von dem „Alt- und Totholzkonzept“ und kündigte an, dass dieses im Jahr 2018 nochmals auf der Tagesordnung stehen wird. Grundlage für dieses Konzept sind die artenschutzrechtlichen Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes. Försterin Waltraud Leinen berichtete hier von einem präventiven Konzept zur Sicherung des Erhaltungszustandes trotz unvermeidbarer Störungen und Tötungen, da dies bei einer Waldbewirtschaftung nicht ausgeschlossen werden kann. Um hier rechtliche Sicherheit zu erlangen, empfahl Frau Leinen dem Schrozberger Gemeinderat das Alt- und Totholzkonzept, welches auch im Staatswald des Landes Baden-Württemberg gilt. Zum Inhalt dieses Konzeptes erläuterte Frau Leinen die drei Standbeine. 3 bis 5 % der Fläche des Forstbetriebes werden stillgelegt. Hierzu werden sogenannte Waldrefugien ausgewiesen. Diese kleinen Bannwälder sollen mindestens eine Größe von 1 ha aufweisen und von hoher ökologischer Wertigkeit sein. In erntereifen Hauptnutzungsbeständen soll vor der Bewirtschaftung im Schnitt ca. alle 3 ha eine sogenannte Habitatbaumgruppe ausgewiesen werden, in welcher kein Holz entnommen werden darf. Hier sollten möglichst 10 bis 15 Bäume mit viel wertvollen Strukturen wie Höhlen, Horste, Spalten, Pilzkonsolen und Saftflussstellen bestehen. Alles Drittes sollen einzelne ökologisch wertvolle Bäume ebenfalls belassen werden. Im Zwangsfall, so die Försterin, dürfen verkehrsgefährdende Bäume umgesägt, aber nicht entnommen werden. Für die beschriebenen Waldrefugien hatte Försterin Waltraud Leinen auch gleich einen Vorschlag dabei und zeigte den Gemeinderäten anhand von Plänen zwei mögliche Gebiete im Vorbachtal und im Distrikt „See“ im Schorrenwald. Hier handelt es sich beispielweise bei dem Gebiet im Vorbachtal um Steilhanglage, welches ökologisch wertvoll, dagegen aber wirtschaftlich nicht sehr gewinnbringend ist. Diese Waldrefugien sind außerdem ökokontofähig. Genau diese Ökopunkte und deren Verwendung waren dann ein Bestandteil der anschließenden kurzen Diskussion, bevor der Gemeinderat einstimmig für die Einführung des vorgestellten Konzeptes im Rahmen der neuen Forsteinrichtung im Stadtwald von Schrozberg zustimmte.