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Zwei Tagesordnungspunkte drehen sich rund um den Stadtwald

Zu Beginn eines jeden Jahres ist ein neuer Waldwirtschaftsplan aufzustellen und vom Gemeinderat zu beschließen – so auch einstimmig geschehen in der vergangenen Sitzung. Dieser Waldwirtschaftsplan umfasst die derzeitigen Entwicklungen für den Stadtwald, sowie die Planung für das neue Forstwirtschaftsjahr. Aber auch das Führungs- und Planungsinstrument für die kommenden 10 Jahre war Thema in der Sitzung – wiederrum einstimmig beschlossen wurde hierzu die sogenannte Forsteinrichtung.

Den Beginn machte Revierförsterin Waltraud Leinen - zu Gast in der Sitzung um den Gemeinderäten den Waldwirtschaftsplan 2019 vorzustellen. Gleich zu Beginn merkte sie an, dass das Jahr 2018 als ein überdurchschnittlich warmes und viel zu trockenes Jahr in die Statistik eingehen wird. Auch die Winterniederschläge können diese Trockenheit nicht ausgleichen und so wird auch in Zukunft noch mit Nachwirkungen des vergangenen Sommers zu rechnen sein. Vor allem ein starker Nadelverlust bei Nadelbäumen ist zu beklagen. Laubholz wiederrum kann Trockenheit besser verkraften, so Waltraud Leinen in ihren Ausführungen. Im Frühjahr ist mit einem erheblich stärken Sturmflug des Borkenkäfers zu rechnen und Revierförsterin Waltraud Leinen bat schon jetzt alle Waldbesitzer darum, regelmäßig die Wälder zu kontrollieren und gegebenenfalls hier schnell zu reagieren.

2018 war aber auch erneut ein Jahr mit sehr viel Sturmholz, wenn auch nicht unbedingt in Baden-Württemberg. Dies hat sich aber natürlich auf den Holzmarkt ausgewirkt, welcher dementsprechend voll war. Gerade Fichtenholz ist davon am meisten betroffen. Vom Holzmarkt berichtete Waltraud Leinen außerdem, dass Eiche weiterhin stark im Trend liegt. Die Durchschnittspreise dafür steigen, trotz sinkender Qualität. Auch der Eschenstammholzmarkt zieht erfreulicherweise wieder an, obwohl Waltraud Leinen davon berichtet, dass in Deutschland die vierfache Eschenholzmenge eingeschlagen wurde. Bei der Buche dagegen gab es nach Auskunft der Revierförsterin „schon bessere Zeiten“.

Zur betriebswirtschaftlichen Situation hatte Waltraud Leinen zu berichten, dass der Kassenabschluss mit einem Plus von rund 700 € leicht über dem Planansatz liegt. Die tatsächlichen Einnahmen und auch Ausgaben liegen allerdings nur bei 43% bzw. 46% des Planansatzes. In erster Linie liege dies am Holzeinschlag zum Ende des Kalenderjahres. Ein Großteil der 2018 geplanten Ein- und Ausgaben fallen erst verzögert im Kalenderjahr 2019 an. Dass trotzdem kein Kassenminus aufgetreten ist, ist der gleichen Situation im Vorjahr geschuldet. 80% der Einnahmen stammen von Holz aus dem Einschlag von 2017.

2018 wurden außerdem 308 Festmeter eingeschlagen, was etwas unter dem Hiebssatz von 330 Festmetern liegt. Außerplanmäßig wurden über 80 Festmeter eingeschlagen, davon gehen über 76 Festmeter auf das Konto des Eschentriebsterbens, nur vier Festmeter waren Käferholz. Waltraud Leinen hofft nun, dass die Fichte aufgrund der letztjährigen Trockenheit in diesem Jahr nicht noch mehr außerplanmäßige Einschläge notwendig macht, als im vergangenen Jahr das Eschentriebsterben.

Von einer schwierigen Situation bei den Waldarbeitern berichtete sie am Ende ihres Vortrages. Die interkommunale Partie besteht derzeit nur noch aus zwei Waldarbeitern, Hiebe mussten zum Teil an Unternehmer vergeben werden. Eine Aufstockung der Waldarbeiter wäre aus arbeitssicherheitstechnischen Gründen ratsam, aber auch wichtig für die geplanten Arbeiten in den Stadtwäldern. Geeignete Fachkräfte mit demensprechender Ausbildung zu finden ist allerdings gerade sehr schwierig.

Die Planungen für 2019 stellte die Revierförsterin noch kurz vor und berichtete außerdem davon, dass in den letzten 10 Jahren 35.000 € durch den Stadtwald „hereingewirtschaftet“ wurde, was für einen solch kleinen und jungen Wald ein doch gutes Ergebnis sei.

Der anschließende einstimmige Beschluss, den Waldwirtschaftsplan für den Stadtwald Schrozberg für das Forstwirtschaftsjahr 2019 war dann gleichzeitig der Beginn des nächsten Punktes auf der Tagesordnung, nämlich die Forsteinrichtungserneuerung. Hierzu nahmen neben Revierförsterin Waltraud Leinen noch Herr Dr. Andreas Wickel als Vertreter der Forstverwaltung teil und Herrn Ulrich Friedhoff von der Forstdirektion. Diese Forsteinrichtung ist alle 10 Jahre zu überarbeiten, was nun von der Forstverwaltung getan und in der Sitzung von Ulrich Friedhoff mit Hilfe eine Präsentation vorgestellt wurde. Hierfür ist eine Holzbodenfläche von ca. 82,6 ha ausschlaggebend.  Das Verhältnis Laubbäume / Nadelbäume beträgt im Schrozberger Stadtwalt 83:17. Bei den Erläuterungen zu den Beständen wies Ulrich Friedfhoff auch auf die Probleme mit der Esche wegen dem Eschentriebsterbens hin – vor zehn Jahren lag der Anteil der Esche noch bei 23% - heute nur noch bei 15%. Auch wird versucht werden, den Anteil an Nadelholz zu halten. Einige weitere Themen wurden von Ulrich Friedhoff erläutert und er erklärte den Kommunalpolitikern die Forsteinrichtung, welches ein Führungs- und Planungsinstrument für den Forstbetrieb ist. Diese beinhaltet die Erfassung des Waldzustandes, die mittelfristige Planung die damit verbundene Kontrolle der Nachhaltigkeit im Betrieb. Am Ende konnte Bürgermeisterin Förderer die drei Forst-Experten ohne weitere Nachfrage und einem einstimmigen Beschluss aus der Sitzungsrunde verabschieden.