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Breitbandmaßnahme – ein Zwischenbericht

Regelmäßig wird im Mitteilungsblatt und auf der Internetseite der Stadt Schrozberg über die aktuell laufende Breitbandmaßnahme berichtet. Vor mehr als einem Jahr starteten die Arbeiten – ein guter Anlass für Bauamtsleiter Pöschik für einen Zwischenbericht. Er schilderte den Stand der Arbeiten und welche zusätzlichen Kosten bei den Mitverlegungen in den definitionsgemäß versorgten Teilorten ohne Zuschuss angefallen sind bzw. noch anfallen werden. Es gab am Ende einen einstimmigen Beschluss, der der weiteren vorgestellten Vorgehensweise zustimmte. Mit zahlreichen Bildern, welche die notwendigen Bauarbeiten für dieses Projekt zeigten, beschrieb er den Baufortschritt des Großprojektes. Klar wurde dabei auch, auf welche Vielzahl von Problemen dabei oftmals gestoßen wird.

Derzeit sind fünf Tiefbau-Kolonnen der beauftragten Firma KTS im Stadtgebiet unterwegs. Eine Kolonne führt die Arbeiten in Leuzendorf durch. Drei Kolonnen schließen im Moment die Lücken für die Anbindung an das Backbone-Netz des Betreibers (Netcom BW) und zum Baugebiet Brühl Nord innerhalb von Schrozberg. Dies ist terminlich brisant, damit schnellstmöglich ein Signal in den Hauptverteilern in Schrozberg und Spielbach ankommt, erst dann kann die Netcom BW die aktive Technik in Betrieb nehmen. Dies ist für Anfang November geplant. Die ersten Anschlüsse können zum Ende des Jahres in Betrieb gehen. Die fünfte Kolonne bereitet die so genannten Pflugtrassen außer Orts vor, über die die Verbindungen zwischen den Teilorten hergestellt werden. Anhand eines beiliegenden Übersichtsplanes zeigte Bauamtsleiter Pöschik die markierten Pflugtrassen. Parallel zum Tiefbau belegen weitere Technikertrupps der Firma KTS die verlegten Leerrohre mit Glasfaserleitungen, sowohl im Bündel zwischen den Teilorten als auch mit einzelnen Fasern als Hausanschlüsse. Die Teilorte, in denen die Tiefbauarbeiten bereits fertig gestellt sind, wurden von ihm anhand eines Lageplanes aufgezeigt. Auf der Gemarkung Spielbach und größtenteils auch auf Gemarkung Leuzendorf sind sogar schon die Hausanschlüsse einschließlich Abschlussbox vervollständigt und über Kabelverzweiger am neuen Hauptverteiler in Spielbach angeschlossen. Hier können nach Inbetriebnahme der aktiven Technik durch die Netcom BW die Hausanschlüsse bei Bedarf voraussichtlich ab kommenden Dezember in Betrieb gehen. Terminlich hat sich die Maßnahme etwas verzögert so Bauamtsleiter Pöschik, da das Stromversorgungsunternehmen ODR in den Teilorten Spielbach, Böhmweiler, Heiligenbronn und Leuzendorf eine Erdverkabelung vorgenommen hat, die sinnvollerweise ebenfalls von der Firma KTS ausgeführt wurde bzw. noch ausgeführt wird. Die Stadt Schrozberg begrüßt diese Erdverkabelungsmaßnahmen, da hierdurch die Dachständer auf den Gebäuden überflüssig werden. Außerdem werden auch viele Synergieeffekte mitgenommen, da oftmals mit dem Stromversorger die Kosten für die Kabelgräben oftmals geteilt werden können. Der weitere Bauablauf wird sich so gestalten, dass die restlichen östlichen Teilorte bis Lindlein spätestens im Frühjahr 2020 bearbeitet werden. Im nächsten Jahr ist der Start in den Teilorten auf Gemarkung Schrozberg mit Sigisweiler und Kälberbach sowie auf Gemarkung Riedbach, Bartenstein und Ettenhausen geplant.

Verschiebungen in der Reihenfolge und im Ablauf sind immer möglich so Bauamtsleiter Pöschik, da viele Zwangspunkte zu berücksichtigen sind. Die Fertigstellung der Tiefbauarbeiten ist für Ende 2020/Anfang 2021 geplant.

Für die beiden Bauabschnitte Breitbandausbau östliches Gemeindegebiet und Breitbandausbau westliches Gemeindegebiet wurden von der Stadt Schrozberg an die Firma KTS Aufträge in Höhe von brutto ca. 6,6 Millionen € vergeben. Abgerechnet wurden bisher insgesamt brutto ca. 3,6 Millionen €.

Wie bereits in einer Sitzung im Oktober 2018 erläutert, gibt es Teilorte, die per Definition von den Zuschussgebern als versorgt gelten, da hier Internetverbindungen mit  Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 30 Mbit/s möglich sind. In der genannten Sitzung wurde beschlossen, dass die Einwohner der hiervon betroffenen Teilorte trotzdem die Möglichkeit für einen Glasfaserhausanschluss bekommen sollen, wenn sich das im Rahmen der Erdverkabelung des Stromversorgers oder anderen Gelegenheiten der Mitverlegung anbietet. Zum damaligen Zeitpunkt war nur eine relativ kleine Fläche von Spielbach zur Stromkabelmitverlegung vorgesehen. Im Laufe des Verfahrens hat die ODR ihr Bearbeitungsgebiet jedoch stark vergrößert, am Ende war es der komplette Ort. Dass diese Entscheidung richtig war, zeigt sich daran, dass fast 80 % der Spielbacher, die eigentlich sonst nicht berücksichtigt worden wären, einen Glasfaseranschluss beauftragt haben. Die zusätzlichen Kosten hierfür sind bereits mit ca. 394.000 € angefallen.

Ein ähnlicher Sachverhalt stellt nach Auskunft von Bauamtsleiter Pöschik sich in Schmalfelden dar. Anfangs war hier nur eine Mitverlegung mit unserer eigenen Breitmaßnahme gedacht. Da die Haupttrasse der Verbindungsleitung nach Großbärenweiler durch Schmalfelden verläuft, war nur hier eine Anschlussmöglichkeit an die angrenzenden Grundstücke vorgesehen. Zwischenzeitlich hat sich der Stromversorger entschieden, ebenfalls den kompletten Ort erdzuverkabeln. Das heißt, hier könnten alle Schmalfeldener einen Glasfaserhausanschluss im Falle der Mitverlegung erhalten. Trotz der momentan als ausreichend erachteter möglicher Übertragungsgeschwindigkeit haben bereits 60 % der Haushalte in Schmalfelden einen Anschluss beantragt. Diese Zahl wird erfahrungsgemäß noch größer, je näher die Bauarbeiten heranrücken. Hier sind zusätzliche Kosten in Höhe von ca. 213.000 € nach Auskunft von Bauamtsleiter Pöschik zu erwarten. Im ausreichend versorgten Teil von Leuzendorf  im Baugebiet „Im Rotfeld“ und Windisch-Bockenfeld sind Kosten ohne Zuschuss in Höhe von ca. 67.000 € für die Ermöglichung der Glasfaserhausanschlüsse angefallen. Hier gibt es laut Bauamtsleiter Pöschik eine Anschlussquote von 100 %. In Schrozberg ist es so, dass seit ca. acht Jahren bei nahezu jeder städtischen Tiefbaumaßnahme im Ort Leerrohre und teilweise Kabelschächte mit verlegt wurden. Ebenso wurden und werden auch aktuell bei Erdverkabelungsmaßnahmen des in Schrozberg zuständigen Stromversorgungsunternehmen EnBW bzw. Netze BW Mitverlegungen durchgeführt. Gleiches galt für einige Baumaßnahmen der Telekom und natürlich die eigene Maßnahme. Bauamtsleiter Pöschik zeigte auch die Bereiche zur Verdeutlichung anhand eines Lageplanes auf. Um diese Einzelmaßnahmen ins Gesamtsystem zu bringen und auch an geeigneter Stelle sinnvoll zu erweitern, ist eine weitere Investition von etwa 600.000 € notwendig. Hierbei könnten in Schrozberg in der Summe ca. 500 Haushalte angeschlossen werden. Im Moment liegen knapp 200 Vereinbarungen vor. Auch hier ist noch mit einer Steigerung zu rechnen, so Bauamtsleiter Pöschik.

Da die Netze BW eine Erdverkabelungsmaßnahme in Könbronn vorgesehen hat, kann hier über eine Mitverlegung der Ort ebenfalls breitbandtechnisch erschlossen werden. Dies wird voraussichtlich zusätzliche 26.000 € kosten. Zwei Drittel der Haushalte haben hier schon eine Vereinbarung für die Herstellung eines Hausanschlusses mit der Stadt geschlossen.

Ein großer Brocken kommt noch im Bereich Bartenstein/Ettenhausen auf die Stadt Schrozberg zu. Da in Bartenstein der Hauptverteiler der Telekom steht, fällt hier ein Großteil der Fläche heraus und gilt als versorgt. Tatsächlich sind die vorhandenen Anschlüsse zwar schnell, aber es sind in der Summe zu wenig vorhandene Kupferkabel und diese sind steinalt, so Bauamtsleiter Pöschik In jüngster Vergangenheit waren Neuanschlüsse quasi nicht möglich und es gab berechtigte Klagen aus der Bevölkerung. Es macht also absolut Sinn, hier trotzdem im Rahmen des Möglichen tätig zu werden. Da mit der Glasfaserhaupttrasse durch Bartenstein der Teilort Klopfhof (mit Zuschuss) und der Außenbereich von Ettenhausen angefahren werden, ist hier wieder eine Mitverlegung bei der eigenen Baumaßnahme möglich. Insgesamt könnten auf diesem Weg ca. 130 Anschlüsse geschaffen werden. Einige Vereinbarungen hierzu liegen bereits vor. Die Mehrkosten, die hier ohne Zuschuss zu erwarten sind, werden mit ca. 408.000 € beziffert.

Das Fazit des Bauamtsleiters fiel zum Ende des Vortrages durchweg positiv aus. Die Maßnahme wird von der Bevölkerung sehr positiv angenommen, viele warten regelrecht schon darauf und zwar ganz unabhängig davon, ob sie per Definition versorgt sind oder nicht. Spürbar ist das allerdings finanziell bei der Stadt, da ja bekannter Weise in den versorgten Gebieten kein Zuschuss abgerufen werden kann und die geschilderten zusätzlichen Arbeiten ohne Zuschuss gestemmt werden müssen. Trotzdem stand am Ende ein einstimmiger Beschluss fest.

Bürgermeisterin Förderer nutzte auch diese Gelegenheit, um sich bei Bauamtsleiter Pöschik für seine geleistete Arbeit zu bedanken.

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