Ein ausverkaufter Kultursaal im Schloss Schrozberg, gespannte Vorfreude und ein Premierenbesuch, der es in sich hatte: Am vergangenen Samstag gastierte erstmals die A-cappella-Band CASH-N-GO in Schrozberg – und sorgte gleich für ein musikalisches Ausrufezeichen. Noch nie zuvor war eine Veranstaltung in so kurzer Zeit ausverkauft. Ob dies nun an der Einführung des neuen Online-Ticketverkaufs lag oder vielmehr an der Strahlkraft der Band, darüber lässt sich trefflich schmunzeln. Die Antwort gab der Abend selbst: Es lag ganz eindeutig an der Band.
Mit einer Mischung aus feinsinnigem Humor, charmanten Über- und Untertreibungen und einer beeindruckenden Portion Selbstironie nahmen die Musiker ihr Publikum von der ersten Minute an mit. Dass CASH-N-GO musikalisch zur Spitzenklasse gehört, war bekannt – dass sie die Erwartungen jedoch derart übertreffen würden, überraschte selbst eingefleischte Fans.
Humorvolle Einführungen, teils mit augenzwinkernd wahren Hintergründen, freche Neckereien untereinander und stets perfekt gewählte Kostüm-Accessoires rahmten eine atemberaubende Stimmakrobatik ein. Mit Mimik und Gestik erzählten sie jedes Lied neu und machten selbst bekannte Stücke zu etwas ganz Besonderem – ganz ohne Instrumente, dafür mit umso mehr Ausdruck.
Als besonderer Höhepunkt wurde augenzwinkernd ein „Gaststar“ angekündigt: Max Raabe ließ sich zwar nicht persönlich blicken, erschien aber stilecht in Form einer perfekt imitierten Hommage – inklusive Fliege. Mutig und virtuos wagte sich die Band an Stücke wie „Feel It Still“ und „The Greatest Show“. Die absolute Krönung des Abends jedoch war eine geniale Interpretation von „Bohemian Rhapsody“ – ein Werk, an das sich nur wenige herantrauen und bei dem das Scheitern stets mitschwingt. Hier jedoch wurde es zum Triumph: präzise, vielschichtig und eindrucksvoll inszeniert.
Von „Kung Fu Fighting“ bis „Never Enough“ spannte sich ein buntes, anspruchsvolles Programm mit hochkomplexen Arrangements, die ausnahmslos meisterhaft a cappella dargeboten wurden. Ein Medley aus sage und schreibe 86 Liedern setzte dem Abend schließlich die Krone auf. Bereits zur Pause honorierte das Publikum die Darbietung mit Standing Ovations – ein deutliches Zeichen der Begeisterung.
Für einen weiteren Lacher sorgte die Ankündigung des „einzigen Instruments des Abends“: Ein Bügelbrett samt Bügeleisen. Am Ende stellte sich heraus, dass auch dieses lediglich Requisite war – die passenden Geräusche kamen, wie alles andere auch, ausschließlich aus den Mündern der Sänger. Liebevoll spielte zudem die einzige Sängerin der sonst männlich besetzten Band mit dem Ortsnamen und verwandelte Schrozberg. bei jeder passenden Gelegenheit humorvoll in neue Varianten.
Tosender Applaus, begeisterte Zurufe und lautstarke Pfiffe waren der verdiente Lohn für einen Abend, der noch lange nachklingen wird. Die Gäste im ausverkauften Saal wurden zudem von „2 Bäsle“ mit mühevoll handgemachten Leckereien und gekühlten Getränken bewirtet – ein Angebot, das ebenso genussvoll angenommen wurde wie das musikalische Erlebnis selbst.
Ein Konzert, das Maßstäbe setzte und eindrucksvoll zeigte: Manchmal braucht es keine Instrumente, um einen ganzen Saal zum Beben zu bringen.

