Pixel und Pigmente Vater und Sohn zeigen bei Ausstellung ihre ganz eigenen Blicke auf die Welt
Am vergangenen Sonntag wurde im Rathaus Schrozberg die Ausstellung Pixel und Pigmente von Alfons Berse und seinem Sohn Sebastian Berse eröffnet. Aquarelle und Fotografien treffen hier aufeinander – zwei unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen, die doch eines gemeinsam haben: den besonderen Blick für einen Moment, ein Motiv und die Schönheit im Detail.
Das Interesse an der Ausstellung war groß. Zahlreich geladene Gäste und Kunstinteressierte kamen zur Vernissage, sodass die Stühle im Kultursaal knapp wurden. Die Eröffnung begann musikalisch mit der Piece No. 2 von Wilhelm Popp, vorgetragen von Hannah Behr (Querflöte) und Ursula Tzschichholz (Klavier). Mit Querflöte und Klavier sorgten sie von Beginn an für einen besonderen und festlichen Rahmen. Zwischen den Beiträgen der beiden Redner erklang ein weiterer musikalischer Moment. Den musikalischen Abschluss bildete die Hymne an den Abendstern von Hannah Behr und Ursula Tzschichholz.
Der stellvertretende Bürgermeister Friedrich Gackstatter hieß die Gäste herzlich willkommen, lobte den musikalischen Auftakt und bedankte sich bei den beiden Künstlern für die besondere Ausstellung. Er freute sich über das große Interesse und die vielen Besucher, welche zur Eröffnung gekommen waren.
Die Einführung in die Ausstellung übernahm Uwe Wegener aus Berlin, ein Freund von Alfons Berse, den dieser auf einer Malreise in Marokko kennengelernt hat. Wegener nahm die Gäste mit auf eine kleine Reise in die unterschiedlichen Welten von Aquarell und Fotografie.
Dabei beschrieb er Fotografie als die Kunst, einen Augenblick für die Ewigkeit festzuhalten. Die Fotografien von Sebastian Berse zeigen, dass dafür weit mehr notwendig ist als lediglich ein gutes Motiv. Es braucht ein hohes Maß an künstlerischer Empfindung und den Blick für den richtigen Bildausschnitt. Manche Aufnahmen entstehen nicht zufällig: Sebastian Berse plant seine Bilder sorgfältig, steht früh am Morgen auf, um einen besonderen Sonnenaufgang einzufangen, oder nimmt lange Wanderungen zu bestimmten Orten auf sich. So entstehen Fotografien, die nicht nur einen Moment dokumentieren, sondern eine ganz eigene Stimmung vermitteln.
Ganz anders und doch mit einer ähnlichen Aufmerksamkeit entsteht ein Aquarell. Bevor der Pinsel das Papier berührt, wird sorgfältig vorbereitet und geplant. Pigmente, Wasser und Pinsel werden bewusst ausgewählt. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel von Wasser und Farbe, von Intensität und der Genauigkeit des Motivs.
Wegener betonte, dass Farbe nicht gezwungen werden dürfe, wenn ein Bild lebendig wirken soll. Sie müsse gewissermaßen ihren eigenen Willen behalten dürfen. Gerade dieser Spielraum gebe dem Künstler die Möglichkeit, einen malerischen Freiraum zu schaffen. Deshalb müssen die Motive auch nicht bis ins kleinste Detail naturgetreu wiedergegeben werden.
Alfons Berse hat sich in rund 40 Jahren als Autodidakt eine ganz eigene Bildsprache entwickelt. Seine Aquarelle lassen die Betrachter an seinen Reisen, seinen Erlebnissen und vor allem an seinen persönlichen Blickwinkeln teilhaben. Zu sehen sind unter anderem Motive wie Schnalzhaus, Sonnenblumen, Rittersporn, Türen, Kirschen oder die Kobolzeller Steige. Vertraute Motive erscheinen dabei in einer ganz eigenen, malerischen Interpretation.
Sebastian Berse setzt dagegen auf die Sprache der Fotografie. Werke wie Sammelgut Sonnenblumen, Frühling am Sondenberg oder Farbe im Herbst zeigen, wie unterschiedlich sich Landschaft, Natur und alltägliche Augenblicke betrachten lassen. Was beide verbindet, ist die bewusste Entscheidung für einen ganz bestimmten Moment und Ausschnitt.
Nach der offiziellen Eröffnung lud Uwe Wegener die Gäste dazu ein, sich Zeit für die Bilder zu nehmen, in Ruhe auf sie einzulassen und die Gelegenheit zu nutzen, mit den Künstlern persönlich ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und sich auszutauschen.
Dieser Einladung wurde gerne gefolgt: Beim anschließenden Sektempfang mit kleinen Häppchen entwickelte sich ein reger Austausch. Die Besucher nutzten die Gelegenheit, mit Alfons Berse und Sebastian Berse über ihre Werke, die Entstehung einzelner Bilder und die unterschiedlichen Herangehensweisen an Malerei und Fotografie ins Gespräch zu kommen.
So wurde die Vernissage zu einem gelungenen und stimmungsvollen Auftakt der Ausstellung Pixel und Pigmente – mit Musik, persönlichen Begegnungen und vor allem vielen besonderen Bildern, die dazu einladen, genauer hinzusehen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 1. November im Rathaus Schrozberg zu den üblichen Öffnungszeiten sowie nach vorheriger Absprache zu sehen.

