Gemeinderatsbericht vom 22. Oktober 2026

Erster Energiebericht für Schrozberg im Gemeinderat vorgestellt

Energiemanagerin Margit Staudacher hat dem Schrozberger Gemeinderat in der letzten Sitzung am 22. Oktober 2026 den ersten Energiebericht für die kommunalen Liegenschaften der Stadt vorgestellt. Der Bericht für das Jahr 2025 gibt einen umfassenden Überblick darüber, wie viel Strom, Wärme und Wasser die städtischen Gebäude und Einrichtungen verbrauchen – und wo sich Einsparpotenziale bieten. Im Rahmen des städtischen Energiemanagements werden die Verbräuche von Strom, Wärme und Wasser kontinuierlich erfasst und ausgewertet, so Frau Staudacher in ihrer Präsentation. Gemäß den Förderbedingungen und der allgemeinen Systematik im Energiemanagement wird daraus einmal jährlich ein Energiebericht erstellt. Dieser gliedert sich in zwei Teile: Im ersten Teil werden die Gesamtverbräuche der Kommune analysiert, im zweiten Teil einzelne Liegenschaften detaillierter betrachtet. Zusätzlich beleuchtet der Bericht die Bereiche Straßenbeleuchtung, Trinkwasserbereitstellung, Abwasserbeseitigung und Kläranlagen. Insgesamt fließen die Daten von 21 beheizten städtischen Liegenschaften und 13 Wohnunterkünften sowie zahlreichen weiteren Abnahmestellen für Strom und Wasser in die Auswertung ein. Als Basisjahr wurde 2024 gewählt, da dies das erste Jahr mit vollständig erfassten Energiedaten und zugleich das letzte Jahr ohne etabliertes Energiemanagement war. Das Jahr 2025 ist somit entsprechend das erste offizielle Berichtsjahr. Beim Wärmeverbrauch zeigt sich im Vergleich der beiden Jahre ein stabiles Bild: Er lag 2024 bei rund 1,85 Millionen kWh und 2025 bei rund 1,84 Millionen kWh – also nahezu unverändert. Die Wärmekosten jedoch sind im gleichen Zeitraum jedoch deutlich gestiegen, von rund 165.000 Euro auf knapp 199.000 Euro. Hauptursache dafür ist der gestiegene Preis für Erdgas, so Frau Staudacher in ihrem Bericht. Erfreulicher fällt die Entwicklung bei den Treibhausgasemissionen aus: Die Gesamtemissionen der Stadt sanken von rund 898 Tonnen CO₂ im Jahr 2024 auf rund 849 Tonnen CO₂ im Jahr 2025 – ein Rückgang von etwa 5,5 Prozent beziehungsweise rund 49 Tonnen. Besonders deutlich zurückgegangen sind die Emissionen aus Strombezug und Heizöl. Für eine vertiefte Betrachtung wurden das Schulzentrum, das Rathaus und das Freibad Schrozberg ausgewählt. Mit diesen drei Liegenschaften lassen sich bereits 68 Prozent des Wärme-, 40 Prozent des Strom- und 15 Prozent des Wasserverbrauchs aller städtischen Liegenschaften abdecken. Auch die Kläranlage Schrozberg wurde genauer untersucht. Hier fiel ein deutlich erhöhter Wasserverbrauch im Jahr 2025 auf, der auf einen Wasserrohrbruch sowie auf die zusätzliche Nutzung von Wasser zur Betankung der Kehrmaschine und zur Bewässerung zurückzuführen ist. Der Stromverbrauch blieb hingegen nahezu konstant, der Wärmebedarf ging sogar leicht zurück. Die Eigenverbrauchsquote bei der Photovoltaikproduktion liegt dort bei fast 85 %, der Strombedarf der Kläranlage lässt sich zu über 16 % aus den Photovoltaikanlagen decken.

Der Gemeinderat nahm den Bericht zur Kenntnis und freute sich darüber, dass nun hier doch die ersten Ergebnisse durch einzelne Maßnahmen abzulesen seien. Außerdem ist ein solcher Energiebericht Basis für zukünftige Entscheidungen.

 

Wärmezentrum soll neuen Hackschnitzelofen einschließlich Gebäudeautomation bekommen

In der Sitzung vom 20. November 2025 wurde dem Gemeinderat die Dringlichkeit des Austauschs des alten Hackschnitzelofens im Wärmezentrum erläutert und die entsprechenden Planungsarbeiten wurden damals beauftragt. An das Wärmezentrum sind die Schule, der Kindergarten „Haus am See“, die Stadthalle, die Mehrzweckhalle, das Feuerwehrmagazin und der Lesetreff angeschlossen. In den Wintermonaten werden darüber mehr als 600 Menschen, vor allem Kinder, mit Wärme versorgt, weshalb die Betriebssicherheit der Versorgung auch künftig gewährleistet sein muss. In der aktuellen Sitzung stellten die Planer Herr Krämer und Herr Kranz vom beauftragten Planungsbüro dem Gemeinderat die vorgesehenen Maßnahmen vor und beantworteten im Anschluss die Fragen der Ratsmitglieder. Die Planung sieht vor, den bestehenden, verschlissenen Hackgutkessel mit 450 kW Leistung gegen einen neuen, kleineren Kessel mit 350 kW auszutauschen. Gleichzeitig soll der Pufferspeicher von derzeit 2.000 Litern auf 15.000 Liter vergrößert werden, um in Kombination mit dem vorhandenen Gaskessel einen ruhigen und effizienten Anlagenbetrieb zu ermöglichen. Die zusätzlichen Pufferspeicher sollen in dem zwischenzeitlich geräumten Raum für die alten Öltanks unter dem Schulhof untergebracht werden. Im Zuge der Planung wurde außerdem festgestellt, dass die Betondecke über dem betreffenden Bereich nicht ausreichend tragfähig ist; da diese Fläche im Brandfall als Stellfläche für die Feuerwehr dient, ist aus Gründen der Tragsicherheit eine bauliche Nachbesserung erforderlich. Auch die Steuerung und Wärmeverteilung des Wärmezentrums sollen ertüchtigt und auf den aktuellen Stand der Gebäudeautomation gebracht werden. Dies eröffnet neben Energieeinsparpotenzialen auch verbesserte Möglichkeiten für Energiemonitoring und Betriebssicherheit. Im Hinblick auf mögliche großflächige Stromausfälle ist zudem vorgesehen, die neue Heizung einschließlich Steuerung so auszulegen, dass das Wärmezentrum über eine Noteinspeisung weiterbetrieben werden kann. Zusätzlich soll die Warmwasserversorgung für den Sommerbetrieb optimiert werden. Statt wie bisher den Gaskessel auch im Sommer für die Warmwasserbereitung für die Duschen der Hallen laufen zu lassen, sollen Nahwärmenetz und Gaskessel in dieser Zeit abgeschaltet und die Warmwasserversorgung dezentral über Heizstäbe vor Ort sichergestellt werden über eine noch zu errichtende Photovoltaikanlagen. Es ist beabsichtigt, bei der KfW einen Förderantrag zu stellen, wofür ein Energieeffizienzexperte zu beauftragen ist. Maßgeblich für die Höhe der förderfähigen Kosten sind die beheizten Flächen der angeschlossenen Gebäude und es wird mit einem Zuschuss von rund 30 Prozent der förderfähigen Kosten gerechnet. Da die Antragstellung erst in der Ausschreibungsphase möglich ist, können die konkret erforderlichen Eigenmittel derzeit noch nicht genau bestimmt werden, so Bauamtsleiter Pöschik. Der Gemeinderat folgte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung nach rund 40 Minuten Beratung in allen Punkten mit zwei Enthaltungen.

Vergabe der Leistungen zur Abfuhr und Verwertung von Klärschlamm einschließlich Phosphorelimination

Für die Vergabe der Leistungen zur Abfuhr und Verwertung von Klärschlamm einschließlich Phosphorelimination hatte die Stadtverwaltung Crailsheim eine Bündelausschreibung für die Gemeinden im Landkreis Schwäbisch-Hall durchgeführt, an welcher sich auch die Stadt Schrozberg beteiligt hatte. Dabei wurden die gesetzlichen Pflichten zur Phosphorrückgewinnung nach der Klärschlammverordnung berücksichtigt. Zur Angebotseröffnung am 17.09.2026 lagen für das Los 1, entwässerter Klärschlamm, zwei Angebote vor. Als günstigstes Angebot ging das Angebot der Fa. REMONDIS Aqua Stoffstrom GmbH mit einem Bruttopreis von 1.107.140,71 Euro hervor. Dieser Endpreis ergibt sich aus einer anfallenden Klärschlammmenge von 2.510 Tonnen im Zeitraum vom 1.1.2029 bis 31.12.2032 sowie weiteren 630 Tonnen im Jahr 2033. Da die tatsächlich anfallenden Klärschlammmengen naturgemäß schwanken können, kann sich der abzurechnende Betrag entsprechend verändern. Das Ressort Recht und Revision der Stadt Crailsheim hat die Vergabe gemäß § 112 Abs. Nr. 2 GemO geprüft und ihr zugestimmt. Bauamtsleiter Pöschik erläuterte nochmals die Verordnung, welche zu dieser notwendigen Vergabe führt. Nach kurzer Beratung folgte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung mit zwei Enthaltungen die Firma REMONIS Aqua Stoffstrom GmbH mit der Klärschlammentsorgung mit Phosphorrückgewinnung zu beauftragen.

Kurz berichtet:

  • Notwendig war der Beschluss über den Neuerlass der Polizeiverordnung der Stadt Schrozberg. Nach kurzer Vorstellung der Neuerungen und der Klärung einiger Fragen stimmt der Gemeinderat einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung zu. Eine entsprechende Veröffentlichung konnten Sie bereits im Mitteilungsblatt vom 30. Oktober 2026 finden.
  • Entgegen der ursprünglichen Planung aus dem Jahr 2024 – damals wurde der Beschluss gefasst, dass die Wasserversorgung in Schrozberg auf digitale Ultraschallzähler der Firma Kamstrup umgestellt werden – wird die Beschaffung von der Stadt Schrozberg selbst durchgeführt und nicht nur das Produkt der Firma Kamstrup angefragt. Für die Ausschreibung dafür wurde das Ingenieurbüro Eissing beauftragt.
  • Anstelle der ausgeschiedenen Stadtkämmerin Carmen Kloß wird nun Stadtkämmerer Roshen Mathura als Stellvertreter von Bürgermeisterin Förderer als Vertretung in den Organen des Zweckverbandes Hohenloher Wasserversorgungsgruppe
  • Als Ersatzbeschaffung für den Bauhof wird bei der Firma Wirsching aus Spielbach ein neuer Drei-Seitenkipper zu einem Preis von rund 28.500 € beschafft.
  • Zwei Bausachen waren zu beraten. Der Gemeinderat beschloss dabei einstimmig sein Einvernehmen zu erteilen für den Bauantrag zum Anbau eines Kaltscharraums an einen bestehenden Hähnchenstall auf Gemarkung Schrozberg sowie für den Bauantrag zur Errichtung von sieben Paddocks auf einer Reitanlage, ebenfalls auf Gemarkung Schrozberg.
  • Hauptamtsleiter Hüttner gab Beschlüsse aus nichtöffentlicher Sitzung vom 29.09.2026 bekannt: Der Gemeinderat nahm einen Grundstücksverkauf auf Gemarkung Leuzendorf zur Kenntnis und stimmte der Ausschreibung und Besetzung einer befristeten Krankheitsvertretung für die Dauer eines Jahres im Bereich der Stadtkämmerei zu.
  • Hauptamtsleiter Hüttner informierte den Gemeinderat über die derzeitigen Entwicklungen im Bereich der Flüchtlingsunterbringung: Die zugewiesenen Personen von Ende September konnten zwischenzeitlich in einer Privatunterkunft unterkommen. Für Oktober wurden vom Landratsamt Schwäbisch Hall zwei weitere Personen angekündigt.
  • Bisher wurde den Neubürgerinnen und Neubürgern bei den Anmeldungen eine Neubürgerbroschüre ausgehändigt. Ab sofort wird mit einem Flyer mit QR-Code auf das umfangreiche Angebot und die Online-Services auf der Homepage verwiesen.
  • „Wir sind jetzt auch auf Social-Media zu finden“, nämlich auf Facebook und Instagram – so der Beitrag der Stadt Schrozberg. Hauptamtsleiter Hüttner informierte über diesen Schritt auch die Gemeinderäte in der Oktober-Sitzung.
  • Eine weitere Neuerung im Bereich der Verwaltung gab Hauptamtsleiter Hüttner bekannt: KI „Charly“ begrüßt künftig bei der Telefonzentrale, die Aktivschaltung ist ab dem 15.11.2026 geplant.
  • Die nächste Gemeinderatssitzung findet am Dienstag, den 17. November 2026

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Rathaus Schrozberg

Neues deutsches Namensrecht

Ab 1. Mai 2025 gibt es ein neues deutsches Namensrecht, mit viel mehr Möglichkeiten.

Wichtige Änderungen im Überblick:

  • Die Namenswahl nach der Eheschließung wird vielfältiger
  • Doppelnamen für Kinder sind möglich
  • erleichterte Namensänderungen für Scheidungs- und Stiefkinder

Erklärungsvideo zum Ehenamensrecht: 
https://youtu.be/tWgu3lRUmxU 

Erklärungsvideo zum Kindesnamenrecht: 
https://youtu.be/j7EZq8Rq3ss 

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