Vergangenen Montag war das Kindertheater Tredeschin zu Gast in Schrozberg und begeisterte kleine wie große Zuschauer mit dem Puppentheaterstück „Frau Holle“. Das traditionsreiche Ensemble, welches im vergangenen Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiern konnte, ist in Schrozberg keine unbekannte Bühne und war bereits mehrfach mit ihren Inszenierungen zu erleben.
In ruhigen Bildern und mit viel Feingefühl erzählte das Puppentheater die bekannte Märchengeschichte: Zwei ungleiche Schwestern, Goldmarie und Pechmarie, wachsen im selben Haus auf. Während Goldmarie fleißig, hilfsbereit und freundlich ist, versucht Pechmarie, sich vor der Arbeit zu drücken. Als Goldmarie einer Spindel in einen Brunnen folgt, gelangt sie in die geheimnisvolle Welt der Frau Holle. Dort hilft sie bereitwillig beim Backen des Brotes, schüttelt die Betten, damit es auf der Erde schneit, und verrichtet ihre Aufgaben gewissenhaft. Zum Dank wird sie beim Abschied reich mit Gold überschüttet.
Auch Pechmarie wagt schließlich den Weg zu Frau Holle – doch im Gegensatz zu ihrer Schwester fehlt es ihr an Einsatzbereitschaft und Mitgefühl. Statt Gold erhält sie zur Strafe Pech, das an ihr haften bleibt. So macht das Märchen auf einfache und eindrückliche Weise deutlich, wie wichtig Fleiß, Freundlichkeit und Verantwortung sind.
Ganz ohne aufwendige Spezialeffekte gelang es dem Ensemble die Kinder von der ersten Minute an in den Bann zu ziehen. Mucksmäuschenstill und hochkonzentriert verfolgten sie das Geschehen auf der Bühne. Natürlich durfte auch der Schnee nicht fehlen: Zart rieselte er über die Köpfe der Kinder und sorgte für staunende Gesichter und leuchtende Augen.
Wie schön zu sehen, dass auch ruhige, klassisch erzählte Märchen so gut angenommen werden. Die Kinder ebenso wie die begleitenden Erwachsenen zeigten sich begeistert von der liebevollen Darbietung. Am Ende blieb noch eine feine Botschaft: In jedem von uns steckt ein wenig Pechmarie, aber auch eine Goldmarie – und beide Seiten gehören zusammen, ergänzen sich und machen uns menschlich.

